Die Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG (GWG) blickt auf ein anspruchsvolles Geschäftsjahr 2025 zurück. Hohe Bau- und Finanzierungskosten, steigende Anforderungen an den Klimaschutz sowie zunehmende regulatorische Vorgaben haben die Rahmenbedingungen für die gesamte Wohnungswirtschaft weiter verschärft. Dennoch konnte die Genossenschaft ihre strategischen Ziele konsequent weiterverfolgen und wichtige Zukunftsinvestitionen umsetzen.
Die GWG bewirtschaftet heute 2.357 Wohnungen, betreut 4.987 Mitglieder und zählt mit einer Bilanzsumme von rund 97,6 Millionen Euro zu den größten Wohnungsanbietern im Landkreis Gifhorn. Die Eigenkapitalquote von 40,3 Prozent unterstreicht die stabile wirtschaftliche Basis der Genossenschaft.
Im Geschäftsjahr 2025 investierte die GWG rund 7,1 Millionen Euro in die Modernisierung und Zukunftsfähigkeit ihres Wohnungsbestandes. Die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung lagen bei rund 16,1 Millionen Euro. Gleichzeitig konnte die durchschnittliche Nettokaltmiete mit 6,18 Euro je Quadratmeter weiterhin auf einem Niveau gehalten werden, das deutlich unter den Angebotsmieten vieler vergleichbarer Märkte liegt. Die Leerstandsquote bewegte sich mit rund 2,3 Prozent weiterhin auf niedrigem Niveau und war überwiegend durch Modernisierungsmaßnahmen bedingt.
„Gerade in Zeiten steigender Bau-, Energie- und Finanzierungskosten bleibt bezahlbares Wohnen unser Kernauftrag. Die Zahlen zeigen, dass wir wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden“, erklärt Vorstandsvorsitzender Andreas Otto.
Im Mittelpunkt des Geschäftsjahres stand die Fortführung der langfristigen Modernisierungs- und Klimastrategie. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die umfassende energetische Modernisierung des Quartiers Herbert-Trautmann-Platz / Immenweg.
„Dieses Projekt steht beispielhaft für die Herausforderungen, vor denen die Wohnungswirtschaft heute steht“, erläutert Otto. „Wir investieren erhebliche Mittel in Klimaschutz, Energieeffizienz und Wohnqualität. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass Wohnen für unsere Mitglieder bezahlbar bleibt.“
Mit Investitionen in Millionenhöhe zählt die Modernisierung des Herbert-Trautmann-Platzes derzeit zu den größten laufenden Wohnungsbau- und Klimaschutzprojekten im Gifhorner Wohnungsbestand. Die Maßnahme umfasst die energetische Erneuerung der Gebäudehüllen, moderne Wärmepumpentechnik, die Nutzung regenerativer Energien sowie umfangreiche Verbesserungen der Wohnqualität und des Wohnumfeldes.
„Der Herbert-Trautmann-Platz zeigt, dass Klimaschutz im Gebäudebestand möglich ist. Gleichzeitig macht das Projekt deutlich, welche finanziellen und organisatorischen Anstrengungen dafür erforderlich sind“, so Otto.
Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Rahmenbedingungen für die Wohnungswirtschaft weiter verschärft. Während die Baukosten auf hohem Niveau verharren, steigen gleichzeitig die Anforderungen an Energieeffizienz, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Digitalisierung und die Umsetzung der Wärmewende. Viele Wohnungsunternehmen stehen vor der Herausforderung, erhebliche Investitionen finanzieren zu müssen, ohne die Bezahlbarkeit des Wohnens zu gefährden.
Auch Vorstandsmitglied Regine Wolters sieht hierin eine zentrale Zukunftsaufgabe: „Unsere Verantwortung endet nicht bei der Bereitstellung von Wohnraum. Wir gestalten Quartiere, schaffen Nachbarschaften und investieren in die Zukunft unserer Mitglieder. Gerade in Zeiten großer Veränderungen braucht es Verlässlichkeit und langfristiges Denken.“
Die Nachfrage nach genossenschaftlichem Wohnraum bleibt in Gifhorn unverändert hoch. Gleichzeitig wächst der Investitionsbedarf in den bestehenden Gebäudebestand. Neben der kommunalen Wärmeplanung, steigenden energetischen Anforderungen und umfangreichen Berichtspflichten stellt insbesondere die Finanzierung der notwendigen Investitionen die Branche vor große Aufgaben.
„Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die verschiedenen Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen“, erläutert Otto. „Klimaschutz, Instandhaltung, Digitalisierung und bezahlbare Mieten müssen gleichzeitig finanziert werden. Das gleicht oftmals einer Waage, auf deren beiden Seiten immer größere Lasten liegen.“
Hinzu kommen die Anforderungen einer alternden Gebäudesubstanz, steigende Erwartungen an Barrierefreiheit sowie die notwendige Digitalisierung von Prozessen und Gebäuden. Die GWG sieht ihre Aufgabe darin, diese Entwicklungen verantwortungsvoll zu gestalten, ohne die Bezahlbarkeit des Wohnens aus dem Blick zu verlieren.
„Die Zukunft der Wohnungswirtschaft entscheidet sich nicht allein auf den Baustellen, sondern vor allem bei der Frage, wie die erforderlichen Investitionen dauerhaft finanziert werden können“, betont Otto. „Wir brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen, technologieoffene Lösungen und langfristige Investitionssicherheit.“
Vorstand und Aufsichtsrat haben den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 aufgestellt. Die Vertreterversammlung der Genossenschaft wird am 23. Juni 2026 über die Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Verwendung des Bilanzgewinns entscheiden.
„Als Genossenschaft stehen wir für einen verantwortungsvollen Ausgleich der Interessen unserer Mitglieder, unserer Mieterinnen und Mieter sowie der langfristigen Entwicklung unseres Unternehmens. Über die Verwendung des Bilanzgewinns entscheidet satzungsgemäß die Vertreterversammlung“, erklärt Otto.
Die GWG sieht sich für die bevorstehenden Herausforderungen solide aufgestellt. Grundlage dafür sind eine stabile Vermögens- und Finanzlage, die hohe Nachfrage nach genossenschaftlichem Wohnraum sowie die langfristige und nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens.
„Unsere Genossenschaft denkt nicht in Quartalen, sondern in Generationen“, betont Otto abschließend. „Deshalb investieren wir auch dann weiter in unsere Bestände, wenn die Rahmenbedingungen schwieriger werden. Unser Ziel bleibt unverändert: sicheres, bezahlbares und zukunftsfähiges Wohnen für unsere Mitglieder.“
Die Vertreterversammlung der Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG findet am 23. Juni 2026 in Isenbüttel statt.
