Elektromobilität beginnt vor der eigenen Haustür
GWG setzt auf eine bedarfsgerechte Entwicklung ihrer Lade-Infrastruktur
Die Elektromobilität verändert zunehmend auch die Anforderungen an das Wohnen. Die Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG (GWG) beschäftigt sich deshalb seit mehreren Jahren mit der Frage, wie Ladeinfrastruktur sinnvoll in bestehende und zukünftige Wohnquartiere integriert werden kann. Dabei berücksichtigt sie technische Entwicklungen, den Bedarf ihrer Mitglieder und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
„Elektromobilität beginnt für viele Menschen nicht an der Autobahn, sondern vor der eigenen Haustür. Deshalb gehört dieses Thema für uns zur langfristigen Entwicklung unserer Wohnquartiere. Dabei müssen wir im Blick behalten, was technisch machbar, wirtschaftlich vertretbar und für unsere Mitglieder tatsächlich sinnvoll ist“, erklärt Andreas Otto, Vorstandsvorsitzender der GWG.
Bedarf und Wirtschaftlichkeit bestimmen das Tempo
Bereits 2018 hat die GWG im Wohnquartier Lindenhof erste Lademöglichkeiten geschaffen. In den Folgejahren wurde das Engagement gemeinsam mit regionalen Partnern, insbesondere den Stadtwerken Gifhorn, weiterentwickelt. Die bisherigen Projekte haben Erfahrungen dazu geliefert, wie wohnungsnahe Ladeangebote die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Alltag erleichtern können.
Gleichzeitig stellen sich im Geschosswohnungsbau besondere Anforderungen. Vorhandene Stellplätze, die Leistungsfähigkeit der Stromnetze, technische Anschlussmöglichkeiten und die Bedürfnisse der Bewohner müssen aufeinander abgestimmt werden.
Zusätzliche Ladeangebote kommen deshalb insbesondere dort in Betracht, wo ein entsprechender Bedarf besteht oder absehbar ist und die technischen sowie wirtschaftlichen Voraussetzungen gegeben sind. Auch Betreiber- und Kooperationsmodelle mit spezialisierten Energiedienstleistern sollen berücksichtigt werden, um Investitions- und Betriebsrisiken zu begrenzen. „Eine Ladesäule, die kaum genutzt wird, trägt weder zu einem bedarfsgerechten Ladeangebot noch zur Wirtschaftlichkeit unserer Genossenschaft bei“, betont Otto.
Bei Bauvorhaben vorausschauend planen
Bei Neubauten, Ersatzneubauten und größeren Modernisierungsvorhaben berücksichtigt die GWG die jeweils einschlägigen gesetzlichen Anforderungen an die Ladeinfrastruktur. Darüber hinaus kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, bei anstehenden Baumaßnahmen technische Voraussetzungen für spätere Ladeangebote vorzubereiten. Dazu gehören beispielsweise geeignete Leitungswege, Anschlussmöglichkeiten und die Berücksichtigung eines späteren Lastmanagements. Ob und in welchem Umfang entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden, wird für jedes Projekt gesondert geprüft.
Bezahlbares Wohnen bleibt ein zentraler Maßstab
Die Weiterentwicklung der Ladeinfrastruktur muss aus Sicht der GWG auch die unterschiedlichen Interessen und wirtschaftlichen Möglichkeiten ihrer Mitglieder berücksichtigen. Nicht alle Mitglieder verfügen über ein Elektrofahrzeug oder einen eigenen Stellplatz. Deshalb kommt einer sachgerechten und möglichst verursachungsorientierten Kostenzuordnung besondere Bedeutung zu.
„Unser Auftrag ist und bleibt es, unseren Mitgliedern gutes und bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Neue Mobilitätsangebote können das Wohnen in unseren Quartieren ergänzen. Sie dürfen aber nicht dazu führen, dass wirtschaftliche Risiken von der gesamten Genossenschaft getragen werden müssen“, so Otto.
Die GWG setzt daher auf eine schrittweise Weiterentwicklung, die sich an der tatsächlichen Nachfrage, den technischen Möglichkeiten, den gesetzlichen Anforderungen und einer tragfähigen Finanzierung orientiert. Konkrete Ausbauentscheidungen bleiben den jeweiligen technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Prüfungen sowie den notwendigen Beschlüssen vorbehalten. „Nicht die Anzahl der Ladesäulen ist unser Maßstab, sondern der tatsächliche Nutzen für unsere Mitglieder und unsere Quartiere“, fasst Otto zusammen.
